Baschi – Auf Grosser Fahrt

Jetzt steht es also in den Startlöchern, Baschi’s lange erwartetes viertes Studioalbum, und sein erstes in Hochdeutsch.

Ein weiterer Schweizer Musicact sucht also sein Glück im Grossen Kanton. Kann das gutgehen? Auch bei viel gutem Willen und Respekt vor dem Unterfangen: Skepsis ist sicher angesagt. Viele vor Baschi haben es versucht, viele haben Achtungserfolge erzielt (Lunik, Lovebugs), nur ganz wenige sind wirklich gross herausgekommen und konnten sich nachhaltig den grösseren Markt sichern. (DJ Bobo, Yello). Doch letztere zwei haben es vielleicht auch deshalb geschafft, weil sie nicht in der Landessprache gesungen haben.

Wieso soll also ausgerechnet Sebastian Bürgin aus Gelterkinden es hinkriegen, in Deutschland mit Deutschen Songs zu reüssieren, wo es da doch weiss Gott genügend hausbackene Talente gibt?

Nun, das Songwriting ist für Schweizer Ohren gewohnt fesselnd. Die Produktion (Mirko Schaffer in Berlin und Phlippe Merk in Basel) wie nicht anders zu erwarten ohne Fehl und Tadel. Wenn die erste Single (Unsterblich) sprachlich noch etwas holperig daherkam, klingt Baschi’s Akzent inzwischen reif und, vor allem, hochdeutsch. Seine unverkennbare Stimme wird getragen von breiten Arrangements und zeitweise opulenter Orchestrierung. Dieser typische Sound Marke Baschi büssst auch nach längerem Hören nichts von seiner Eingänglichkeit ein, ohne in die Beliebigkeit abzudriften. Dass einige der Titel bereits in früheren Alben in Mundart erschienen sind, ist leicht zu verschmerzen.

Alles super in dem Fall? Ja und Nein. Das Album ist ein solides Werk einer Musikwerkstatt, die ihr Handwerk versteht. Experimente und wirklich Neues lässt es jedoch vermissen. Dank dem Majorlabel im Rücken wird das Album zweifelsohne wieder erfolgreich sein, bestimmt in der Schweiz, eventuell in Deutschland und Österreich.

Ob das jetzt aber der grosse Wurf ist, der der Karriere des Sebastian Bürgin ausserhalb der nationalen Grenzen zu neuen Höhenflügen verhelfen wird, ob Baschi also wirklich auf grosser Fahrt ist, wird erstmal zu beweisen sein. Aber auch wenn’s nicht so kommen sollte: Baschi kann es als kommerziell erfolgreichster Ex-Musicstarkandidat bestimmt verschmerzen. Und in der Schweiz irgendwie Held zu sein, ist doch auch ganz schön, nicht?

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Auf Grosser Fahrt ist ab sofort auf DMD² Radiochannels zu hören, ab Freitag, dem 3. September, in den Regalen und digital bei iTunes oder Ex Libris erhältlich.

Danke herzlich an Steffen Hung für die Kameraführung ;) Auf hitparade.ch gibt’s übrigens auch ein ausführliches Interview mit Baschi: Lesen!!

Hier das aktuelle Video “Auf Grosser Fahrt”:

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Alexander Dal Farra

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